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26. Februar 2026
Geyer: „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten einen digitalen Zugang zu ihrem Staat“
Im Bereich Digitalisierung gibt es im öffentlichen Dienst noch viel Verbesserungsbedarf. Das machte dbb-Chef Volker Geyer beim GovTech Gipfel deutlich.
„Die Bürgerinnen und Bürger erwarten einen digitalen Zugang zu ihrem Staat. Davon sind wir noch weit entfernt“, sagte der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer am 25. Februar 2026 beim Handelsblatt GovTech Gipfel 2026. Im Streitgespräch zur Frage „Wie viel Beamtentum verträgt der digitale Staat?“ kritisierte Geyer: „Wir verschwenden unheimlich viele Personalressourcen und Geld, wenn Kommunen für sich eigene IT-Lösungen bauen, dafür IT-Firmen und Support bezahlen und die Nachbargemeinde das Gleiche macht.“
Der dbb-Chef sah insbesondere das Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung und Bundesminister Karsten Wildberger in der Pflicht, hier für Verbesserungen zu sorgen. Der Bundestag und die Landtage müssten unter anderem bei neuen Gesetzen digitale Lösungen direkt mitdenken und anbieten.
In Hinblick auf den öffentlichen Dienst nannte Volker Geyer die Digitalisierung und den Einsatz von KI als wichtige Hebel, um dem Personalmangel entgegenzuwirken. Derzeit fehlen dort 600.000 Fachkräfte, in den kommenden zehn Jahren werden weitere 1,4 Millionen den Staatsdienst altersbedingt verlassen. Bei seinen Besuchen in den Dienststellen erlebte er deshalb schon jetzt eine große Nachfrage nach mehr Digitalisierung: „Viele Kolleginnen und Kollegen sagen mir, sie wollen einen digitalisierten Arbeitsplatz, sie wollen neue Technologien.“
Einen Abbau des Berufsbeamtentums als Maßnahme der Staatsmodernisierung hielt Geyer hingegen für nicht sinnvoll: „Viele Experten haben schon ausgerechnet, dass Beamtinnen und Beamte nicht teurer sind als Arbeitnehmer. Teilweise sind sie für den Staat sogar günstiger.“ Das Berufsbeamtentum trage vielmehr enorm zur Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Dienstes bei.
Ursprünglich veröffentlicht unter https://www.dbb.de
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